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Stand 11/2004 |
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Bei einem Blick über die Stadt Ronneburg wird der Betrachter unwillkürlich
an die ehemalige Bezeichnung Ronneburg`s , "das Rothenburg Ostthüringens" erinnert. |
Der Heimatdichter
0. Rathmann sah es so:
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Winklige Gassen
fallen und steigen.
Breit und gelassen
Tore sich zeigen.
Still und beschaulich der Marktplatz da liegt.
Ein Haus vertraulich an's andere sich schmiegt.
Schloßmauern raunen von glorreicher Zeit.
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Abbilder dieser Modelaune sind die aneinandergereihten
Baustile des Schlosses.
Um das Jahr 800 entstand eine spätsorbische
Niederlassung am Westrand des heutigen Stadtgebietes. Ronneburgwird 1209 erstmals
urkundlich erwähnt.
Bis 1244 gehörte Ronneburg den Vögten
von Weida, danach den Vögten von Plauen. 1304 erfolgt
die Verleihung des Stadtrechts und 1327 der Abschluß des "Ronneburger
Vertrages" durch Heinrich Reuß von Plauen mit anderen Vögten
zum Schutz gegen die Wettiner. Trotzdem wurde Ronneburg nach dem vogtländischen
Krieg wettinisches Lehen. Ab 1517 ist die Stadt
im Besitz der Wildenfelser und seit 1548 Eigentum
der herzoglich-sächsischen Linie. Seit 1826 ist
Ronneburg Bestandteil des Herzogtums Sachsen-Altenburg und gehört
seit 1920 zum Land Thüringen. Große
Brände suchten Ronneburg heim. Am 1. August 1665 brannten
214 Häuser, die Kirche und das Rathaus ab. Im Jahr 1829 wüteten
erneut zwei Großbrände, und zwar am 19. Mai und 14. Juni, bei
denen 231 Wohnhäuser und 32 Scheunen abbrannten.
Auch Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges fügten der
Stadt großen Schaden zu. Stadt und Umgebung wurden innerhalb kurzer
Zeitabstände mit wechselnden Besatzungstruppen konfrontiert. Plünderungen
standen auf der Tagesordnung.
Im Jahr 1611 wütete die Pest in Ronneburg.
Ihr fielen 549 Personen, die Hälfte der damaligen Einwohner, zum Opfer. |
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| Mittelpunkt des Marktes bildet das Rathaus, 1476 erstmals
urkundlich erwähnt, 1529 neu erbaut.
Die gut gestaltete Freitreppe trägt Handwerkerwappen vergangener
Zeiten und erinnert an die Begründer der Zeugmacherei in
Ronneburg, Thomas Kant und Toffel Porten. |
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Wahrzeichen der Stadt ist die Marienkirche. Beim großen Brand 1665 wurde
sie bis auf die Grundmauern vernichtet.
Im Jahr 1666 entdeckte man die erste Heilquelle,
die aber bald wieder in Vergessenheit geriet. Erst 100 Jahre später,
im Jahr 1766 , wurde die Urquelle, später
die Eulenhofer Quelle, die Rasen-, Schwefel- und Zellenquelle erschlossen.
Durch die Entdeckung der Heilquellen und ihre erfolgreiche Anwendung gegen
Gicht, Rheuma, Arterienverkalkung, Blutarmut, blühte die Stadt auf.
Herrliche Kur- und Promenadenanlagen wurden geschaffen, das Brunnenholz
angelegt. Anfang des 20. Jahrhunderts des vergangenen Jahrhunderts verlor
das Mineralbad an Zuspruch und Bedeutung.
Mit dem Beginn des Uranerzbergbaues im Jahr 1953 in
Ronneburg und Umgebung versiegten die Quellen.
Auf einem steil nach Westen hin abfallenden Felsen befindet sich das Schloß.
Das Schloßgebäude umfaßt eine annähernd dreiseitige
Fläche. Der Haupteingang befindet sich an der Ostseite in Richtung
Stadt, früher durch einen Graben von derselben getrennt.
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Der Schloßkomplex besteht aus, dem vorderen und hinteren
Schloß.
Das hintere Schloß bestand aus dem Herrenhaus mit Rittersaal, dem
Bergfried und mehreren Wirtschaftsgebäuden. |
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Der interessanteste Teil des hinteren Schloßkomplexes ist der
sogenannte Rittersaal, in welchem 1327 das
bereits erwähnte "Ronneburger
Schutz- und Trutzbündnis" abgeschlossen wurde. Nach dem Dreißigjährigen
Krieg ließ Herzog Friedrich Wilhelm II. Herrenhaus und Schloßmauer
erneuern. 1665 war der Bau abgeschlossen. Bis
zum Jahr 1772 war das hintere Schloß so
weit verfallen, daß der Turm abgerissen werden mußte. Von den
Gebäuden war nur noch das Herrenhaus mit dem der Rittersaal vorhanden.
Das vordere Schloß war freies Burglehn und 400 Jahre an die Herren
von Liebschwitz verpachtet. |
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Im 17. Jahrhundert wurde ein Amtshaus
und ein Wohngebäude für die Amtsper-
sonen errichtet, das später als Amtsgericht und Rentenamt diente.
Neben dem Amtsgerichtsgebäude befindet sich ein mit Kreuzgewölben
versehener Raum, die St. Georgskapelle, die älteste der drei Kapellen
in Ronneburg. |
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Im Jahr 1889 wurde ein neues Amtsgerichtsgebäude
auf den alten Außenmauern errichtet. In diese Zeit fällt auch
die Erbauung des heutigen Schloßturmes, heute ein das Stadtbild prägendes
Bauwerk.
Reste der alten Stadtmauer sind noch am Kirchplatz in der Rödergasse und
Bergkellergasse sichtbar. Stadttore waren das "Obere" oder "Steiner
Tor" (Richtung
Großenstein),
das "Untere" oder "Ratzener Tor" (Richtung Raitzhain) und das Schloßtor. |
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Außerhalb der Stadtmauer entstanden sogenannte Vorstädte!
"Der Sande", "Unterm Schloß", "Das Buntemantel" und "Am Baderberge".
Bemerkenswerte Bauwerke neben den bereits genannten sind das Patrizier - Haus
- Noack (heute Friseur Lange) und das älteste Gasthaus der Stadt "Gambrinus". |
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Prominente Persönlichkeiten weilten in Ronneburg, so der Dichter Hoffmann
von Fallersleben (Haus am Markt 11 Kürschner), der den Text für
die deutsche Nationalhymne schuf. Weiterhin waren Friedrich der Große,
der Maler Wilhelm von Kügelgen, Johann Sebastian Bach, der Herzog
von Windsor, Goethe, Schiller und die Eltern von R. Schumann Gäste
der Stadt. |
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Im Jahr 1841 erlebte Ronneburg den
sogenannten "Schnallensturm". Die Ronneburger Webereibesitzer
Hennig und Völcker unternahmen den Versuch, heimlich in
ihrem Betrieb neue mechanische Webstühle aufzustellen.
Die Weber und Zeugmacher Ronneburgs sahen darin die Gefahr, daß sie
durch die neuen Maschinen bald brot- und arbeitslos würden. |
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Am Abend des 26. März versammelten sie sich in der Herberge (heute
Fürstenhof) und zogen zur "Schnalle" (heute Bogenbinderhalle) ,
um dort gewaltsam einzudringen und die neuen Maschinen zu zerschlagen.
Im Jahr 1848 erreichte die revolutionäre
demokratische Bewegung auch die Einwohner Ronneburgs.
Am 30. November 1848 verzichtete der Altenburger
Herzog Joseph zugunsten seines Bruders Georg auf den Thron.
Zerstörungen durch die zwei Weltkriege, 1914 und 1939 ,
gab es in Ronneburg nicht. Jedoch blieben viele Männer im Krieg.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte
sich Ronneburg immer mehr zu einer Industriestadt. Die Textil-
und Automobilindustrie prägten die Stadt.
Mit dem entstehen des Uranerzbergbaus der Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft
(SDAG) Wismut, wurde die Gegend um Ronneburg und die Stadt selbst stark
verändert
und das ökologische
Gleichgewicht zerstört. Sichtbare Wahrzeichen dafür sind die
riesigen Abraumhalden um Ronneburg, die dem natürlichsten höchsten
Punkt der Umgebung, dem Reuster Berg mit der Bismarcksäule, die Aussicht
nehmen. |
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| Der Erzbergbau wurde 1990 eingestellt.
Im Dezember 1991 übernahm die
Bundesrepublik Deutschland die sowjetischen Aktienanteile an
der zweistaatlichen Sowjetisch-Deutschen-Aktiengesellschaft (SDAG)
Wismut und wurde dadurch alleinige Gesellschafterin des Sanierungsunternehmens
Wismut GmbH. |
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Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Wismut GmbH beauftragt, die Anlagen
der Uranbergbau- und Aufbereitungsbetriebe stillzulegen und ihre Betriebsflächen
zu sanieren. Ende 1997 erhielt
die Wismut GmbH die Genehmigung für den Beginn der Flutung des ehemaligen
Uranbergwerkes Ronneburg. Mit der Einleitung der Flutung begann eine
wichtige Etappe der Sanierung der Untertage-Bereiche. Die Doppelkegelhalde
Reust wird seit Juni 2004 und
die Doppelkegelhalde Paitzdorf soll ab Mitte 2006 in
das Tagebaurestloch Lichtenberg umgelagert werden. |
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1865 fuhr der erste Eisenbahnzug
durch Ronneburg; die Bahnstrecke Gößnitz-Gera wurde
am 27.Dezember offiziell als Privatbahn der Königlich-Sächsischen-Staatseisenbahn übergeben.
Das Bahnhofsgelände wurde kurze Zeit später fertiggestellt.
1887 entstand die Bahnstrecke nach
Meuselwitz. |
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Ronneburg hat bemerkenswerte Traditionen im Schulwesen.
Die erste Schule wurde 1529 gegründet. Dr.
Martin Luther schickte 1542 ein Sendeschreiben
an den Pfarrer Melchior Frenzel. Er gab wichtige Hinweise für die
Gestaltung des Unterrichtes nach der Reformation.
Seit 1990 hat sich Ronneburg sehr verändert.
Die letzten Textilbetriebe wurden 1990/91 stillgelegt
und die Autoräder- und Felgenfabrik kam fast zum Stillstand. Der grösste
Arbeitgeber der Region, die Wismut GmbH, setzte eine grosse Anzahl von
Arbeitskräften frei. Nach einigen Monaten der Neuorientierung setzte
eine grundlegende Erneuerung der Stadt ein. Der städtische Wohnungsbestand
von 1800 Wohnungen wurde grundlegend saniert und modernisiert. Park- und
Freianlagen wurden umgestaltet. Die Mehrzahl der Straßen, vorallem der
vernachlässigten Altstadt wurden erneuert.
Telefonnetz, Erdgasleitungen, die Stromversorgung und das Trinkwasser-
und Abwassernetz wurden erneuert.
Sportzentrum, Schloß, Stadthalle, Rathaus und Kirche wurden samiert und
modernisiert. Ein neues Freibad, ein Feuerwehrgerätehaus, eine Altenwohnanlage
und ein Pflegeheim sind errichtet worden. Aus dem alten Krankenhaus wurde
eine moderne Klinik für Geriatrie.
Die Stadt Ronneburg war Gastgeber für ein weltweites EXPO 2000 - Projekt "Die
Revitalisierung des Uranerzbergbaues Ostthüringen". Die Gesellschaft
Revitalisierung der Uranerzbergbaufolgelandschaft Ostthüringen mbH
verfolgt das Ziel, das öffentliche Interesse im Rahmen der EXPO 2000
auf eine Region zu lenken, die nach der Beendigung des Uranerzbergbaus
einen tiefgreifenden ökologischen und wirtschaftlichen Strukturwandel
durchläuft.
Die Öffentlichkeit kann sich noch heute über den Fortschritt der laufenden
Sanierung und die Entstehung einer Uranerzbergbaufolgelandschaft im Informationszentrum
an der Bogenbinderhalle informieren.
Die Bundesgartenschau Gera-Ronneburg im Jahr 2007 steht
als grosses high-light der Region. Die Bundesgartenschau soll Motor und
Triebkraft für die Entwicklung in wirtschaftlich schwachen Zentren
darstellen. Dabei bilden die Konzepte für Garten- und Landschaftsentwicklung
einen Ausgleich zu den entsprechenden wirtschaftlichen Flächenpotentialen.
Das Entstehen der
"Neuen Landschaft Ronneburg" als eine der Kernzonen der Bundesgartenschau
dominiert durch eine umfangreiche Bautätigkeit gegenwärtig das Leben unserer
Stadt. |
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